Das Sprichwort "Vorbeugen ist besser als heilen" kennen wir alle aus dem Volksmund. Diese Weisheit gilt natürlich auch für die Tiere, da Erkrankungen häufig vorhersehbar sind und Unfälle oftmals vermieden werden können.

Aus Mangel an physiologischen und psychischen Bedürfnissen oder einfach nur aus falsch verstandener Tierliebe wird unser Freund (der Hund, die Katze, das Pferd) oft nicht wesens- und artgerecht gehalten.

Viele Leiden entstehen auch aus Unwissenheit, darum ist es besonders wichtig, dass sich der Tierhalter vor Anschaffung eines Tieres ein grundlegendes Wissen um die Bedürfnisse seines zukünftigen Vierbeiners aneignet.

Um Unfälle zu vermeiden und typischen Krankheiten vorzubeugen bzw. diese früh genug zu erkennen, sind grundlegende Kenntnisse der Anatomie, der Psyche, des natürlichen Verhaltens, der Körper- und Lautsprache sowie der Ernährung unseres vierbeinigen Freundes unumgänglich. Beobachtungen der Mimik, der Gestik, des Ausdrucks und der natürlichen Körperabläufe wie Atmung, Puls, Kot- und Urinabsatz, sind oftmals eine Große Hilfe bei der Beurteilung der Stimmungslage der Tiere.

Mittlerweile gibt es neben der klassischen Tiermedizin viele alternative Heilmethoden, die auch bei Tieren angewendet werden. Sie sind alle mehr oder weniger ganzheitlich, was bedeutet, das sie Körper, Geist und Seele einbeziehen.

Diese sollten jedoch nicht den Tierarzt ersetzen, denn es ist unerlässlich auf die Diagnostik eines Tierarztes (Blutbild, Röntgen, Ultraschall) und die chirurgischen Fähigkeiten zu verzichten. Eine intensive Zusammenarbeit zum Wohle des Vierbeiners wäre daher mehr als wünschenswert, was jedoch in der Praxis leider immer wieder auf große Hindernisse seitens der Tierärzte oder auch seitens der Tiertherapeuten stößt.

Um ein Optimum für sein Tier zu erwirken, sollte der Begriff ganzheitlich jedoch noch weiter ausgedehnt werden.

Eine gute und konsequente Erziehung bietet eine solide Grundlage. Es sollte doch niemals nur die Dominanz im Vordergrund stehen, sondern eine Vertrauensbasis mit Achtung und Respekt sollte sich erarbeitet werden. Eine artgerechte Pflege und Berücksichtigung der natürlichen und individuellen Bedürfnisse des Tieres bilden ebenfalls eine Grundvoraussetzung.

Ebenso sollten die Gefühle der Tiere nicht vernachlässigt werden, denn diese sind eine wichtige Schaltstation einer jeden Handlung und entscheiden immens über das Wohl- und Unwohlsein des Tieres. Natürlich sollten dem Tierhalter Kenntnisse über die Ernährung (Zusammensetzung, Menge, Lagerung und Ergänzungsfutter) nicht fehlen. Die Ernährung spielt eine sehr große Rolle und sollte auch immer die individuellen Bedürfnisse des Tiere berücksichtigen.

All diese Komponenten wie Erziehung, Pflege, Ernährung, Anatomie, Physiologie, Psyche, Verhalten, Körper- und Lautsprache, klassische Tiermedizin und alternative Tierheilkunde tragen dann zu einer wirklich ganzheitlichen Gesundheit des Vierbeiners bei.

Um dieses zu erreichen ist jedoch eine optimale Zusammenarbeit von Halter, Tierarzt, Tierheilpraktiker und Tiertherapeut unerlässlich.